Zusammenführung von Katzen – Tipps und Tricks

04.06.2013 15:29

Katzen sind Gewohnheitstiere, weshalb man lebensverändernde Maßnahmen, wie die Aufnahme einer weiteren Katze, äußerst sensibel angehen sollte.

Eine schnelle Zusammenführung, bei der man die Katzen sofort miteinander konfrontiert, KANN durchaus funktionieren. Es gibt allerdings eine Reihe von Maßnahmen, um die Zusammenführung von Artgenossen, für alle Beteiligten stressfreier zu gestalten. Die Anwendung einiger Tipps und Tricks kann sich äußerst positiv auf das Verhältnis auswirken, das die Stubentiger zueinander aufbauen und beugt Protestverhalten vor.

Eine gelungene Zusammenführung beginnt bereits mit der Auswahl des „richtigen“ Katzenpartners. Die Stubentiger sollten in Alter und Temperament harmonieren. Der Wunsch des Zweibeiners nach einer Katze bestimmten Alters oder bestimmten Aussehens sollte hier eine untergeordnete Rolle spielen.

Die Vorbereitungen im Haushalt beginnen im Optimalfall bereits eine Woche vor Einzug des neuen Familienmitglieds.

Vorweg kann gleich mal ein weiteres Katzenklo, weitere Futter- und Wassernäpfe, sowie Futter und Katzenstreu, welches der Neuankömmling gewohnt ist besorgt werden. So vermeidest du für die neue Katze gleich zu Beginn die Stressfaktoren Katzenklo- und Futterumstellung und man beugt möglichem stressbedingten Durchfall vor.

Eine gute Idee ist auch, etwas mit dem Geruch des Neuzugangs in deine Wohnung mitbringen, damit die vorhandene Katze sich an den Geruch gewöhnen kann. Es kann sich dabei um eine Decke, ein Spielzeug oder auch etwas Katzenstreu aus dem Katzenklo der anderen Katze handeln. Umgekehrt ist es natürlich sinnvoll, etwas mit dem Geruch der vorhandenen Katze dem neuen Familienmitglied bereits vor dem Umzug mitzubringen.

Im Vorfeld kann auch der Einsatz von Pheromonpräparaten wie z.B Feliway oder Felifriend sinnvoll sein. Solche Pheromonpräparate sind in Apotheken, in Tierbedarfsgeschäften, sowie online erhältlich. Sie sorgen für eine Wohlfühlatmosphäre für die Katzen und können mitunter den Stress der Katzen reduzieren. Die Präparate sollten bereits einige Tage bevor das neue Familienmitglied erwartet wird, Anwendung finden.

Wähle einen Raum deiner Wohnung, den du für den Neuankömmling einrichtest. Da es sich hierbei nur um eine kurzfristige Unterbringung handelt, tut es zur Not auch das Badezimmer oder die Küche. Verschließe den Raum und gestatte deiner Katze bereits Tage vor Ankunft des neuen Stubentigers, nicht mehr diesen Raum zu betreten. Wenn du mit der neuen Katzen nach Hause kommst, bringe sie ohne Umwege sofort in ihr Reich, öffne den Transportkorb und verlasse den Raum, um dich ausgiebig mit der bereits vorhandenen Katze zu beschäftigen.

Im Optimalfall bleiben die Katzen die ersten Tage voneinander getrennt. Beschäftige dich in dieser Zeit so viel wie möglich mit der „Altkatze“, um Eifersucht und Neid vorzubeugen. Der Neuzugang hat währenddessen Ruhe und Zeit, sich mit den geänderten Umständen zu arrangieren.

Alle beteiligten Katzen sollen sich nun an den Geruch der anderen Katze gewöhnen, ohne dieser schon zu begegnen. Zu diesem Zweck kannst du Spielzeug, Futterschalen, Wassernäpfe, Decken, Kuschelkissen oder auch Katzenstreu der einen Katze, jeweils der anderen Katze „unterschieben“. Möglicherweise beschnuppern sich die Stubentiger sogar durch den Türspalt.

Der nächste Schritt ist dann, ganz beiläufig die Tür des Raumes in dem die neue Katze wohnt, einen kleinen Spalt, geöffnet zu lassen. Die Katzen haben nun die Möglichkeit einander persönlich kennen zu lernen und zwar in dem Tempo, das sie sich selbst aussuchen. Eventuelles Knurren und Pfauchen sollte einen hier nicht beunruhigen. In dieser Phase ist es gut, wenn man die Möglichkeit hat die Katzen zu beobachten. Plane für die ersten Tage der Zusammenführung ein paar freie Tage oder ein Wochenende zu Hause sein. Falls die Katzen eher aggressiv aufeinander zugehen, macht es Sinn sie anfangs nachts oder wenn man gerade nicht zu Hause ist, zu trennen.

Für die Zusammenführung von Katzen kann man ruhig drei bis vier Wochen einplanen. Revierkämpfe lassen sich oft nicht vermeiden. Gönne den Katzen unbedingt ausreichend Zeit und Ruhe. Ein paar turbulente Stunden oder Tage sind noch lange kein Grund um die Zusammenführung als gescheitert zu betrachten. Katzen regeln die Rangordnung relativ rasch untereinander. Gib den Katzen besonders viel Zuwendung, streichle sie zwischendurch öfter und rede mit ruhiger Stimme mit ihnen. Die Katzen könnten bemerken, falls du nervös und angespannt bist und dieses Verhalten übernehmen.  Bemühe dich also darum, entspannt und ruhig zu sein. Die schon vorhandene Katze soll nicht das Gefühl bekommen, der Neuzugang bekommt nun mehr Aufmerksamkeit. Natürlich darf man auch die neue Katze nicht vergessen. Man muss ein Gleichgewicht finden.

Nicht zu unterschätzen sind auch die Hormone der Katzen, die bei der Zusammenführung eine Rolle spielen könnten. Kastration ist nicht nur aus tierschutzrelevanten Gründen unerlässlich, sondern auch wenn man sich beispielsweise „Zickenkriege“, Markierverhalten, Revierkämpfe von Katern oder unerwünschten Nachwuchs ersparen will.

Katzen sind soziale Tiere und von Natur aus KEINE Einzelgänger. Oftmals ist es auch bei Katzen, die lange allein gelebt haben noch möglich sie zu sozialisieren und ihnen ein Leben so wie sie es verdienen, nämlich mit einem adäquaten Artgenossen, zu ermöglichen.

Die Zusammenführung von Katzen kann kräfte- und nervenzehrend sein. Überlege es dir gut, bevor du dich dazu entschließt, einer weiteren Samtpfote ein Zuhause zu schenken und bereite dich gut auf diese Herausforderung vor. Es hängt zu einem großen Teil von deinem Einsatz, deiner Geduld und deinem Durchhaltevermögen ab, ob die Zusammenführung gelingt.

Wir wünschen dir und deinen Stubentigern ein schönes, entspanntes Zusammenleben.

Alles Liebe

Dein Team von 2ndChance4Cats

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